1. Dachprüfung: Die Basis für Ihre Photovoltaik-Anlage
Fachgerechte Dachprüfung vor der Installation einer PV-Anlage
Ausrichtung und Neigung des Daches
Die Ausrichtung Ihres Daches ist entscheidend für den Ertrag Ihrer Photovoltaik-Anlage. Optimal ist eine Südausrichtung, da hier die Sonneneinstrahlung über den Tag am intensivsten ist. Aber auch Ost-West-Dächer eignen sich hervorragend, da sie eine gleichmäßigere Stromproduktion über den Tag ermöglichen.
Optimale Dachausrichtung:
- Süden: Höchster Gesamtertrag (100%)
- Südost/Südwest: Sehr guter Ertrag (90-95%)
- Osten/Westen: Guter Ertrag (75-85%)
- Nordost/Nordwest: Ausreichender Ertrag (60-70%)
- Norden: Geringster Ertrag (40-60%)
Optimaler Neigungswinkel:
- 30-35° für Süddächer (Idealfall)
- 25-40° für Südost/Südwest
- 15-25° für Ost/West
- 10-15° für Nordost/Nordwest
- 5-10° für Norddächer
Der ideale Neigungswinkel für Solarmodule liegt zwischen 30 und 35 Grad bei Südausrichtung. Bei dieser Kombination treffen die Sonnenstrahlen im Jahresdurchschnitt am effizientesten auf die Module. Abweichungen vom optimalen Winkel bis zu 15 Grad verringern den Ertrag nur geringfügig um etwa 5-10 Prozent.
Statische Prüfung des Daches
Bevor Sie eine Photovoltaik-Anlage installieren, muss die Tragfähigkeit Ihres Daches geprüft werden. Eine PV-Anlage wiegt je nach Ausführung zwischen 15 und 30 kg pro Quadratmeter. Besonders bei älteren Gebäuden oder Leichtbaukonstruktionen ist eine statische Berechnung unerlässlich.
Wichtig: Lassen Sie die Statik Ihres Daches von einem Fachmann prüfen, wenn Ihr Haus älter als 25 Jahre ist oder wenn Sie Zweifel an der Tragfähigkeit haben. Dies ist ein wichtiger Schritt in der Photovoltaik-Anlagen Planung für Ihr Einfamilienhaus.
Zustand der Dacheindeckung
Der Zustand Ihrer Dacheindeckung spielt eine wichtige Rolle bei der Planung. Da eine Photovoltaik-Anlage eine Lebensdauer von 25-30 Jahren hat, sollte auch Ihr Dach für diesen Zeitraum in gutem Zustand sein. Eine Dachsanierung nach der Installation der PV-Anlage wäre mit erheblichen Mehrkosten verbunden.
Geeignete Dacheindeckungen
- Ziegel- und Betondächer
- Blechdächer
- Schieferdächer
- Flachdächer mit ausreichender Tragfähigkeit
Problematische Dacheindeckungen
- Asbesthaltige Dächer (Sanierung erforderlich)
- Stark beschädigte Dachziegel
- Sehr alte Dächer (>30 Jahre ohne Sanierung)
- Reetdächer (Brandschutzbedenken)
2. Verschattungsanalyse: Maximalen Ertrag sichern
Schatten ist der größte Feind einer Photovoltaik-Anlage. Selbst kleine verschattete Bereiche können die Leistung des gesamten Systems erheblich reduzieren. Eine gründliche Verschattungsanalyse ist daher unerlässlich für die optimale Planung Ihrer PV-Anlage.
Ursachen für Verschattung identifizieren
Bei der Verschattungsanalyse werden alle potenziellen Schattenquellen erfasst und deren Auswirkung auf die geplante Anlage berechnet. Dabei müssen sowohl temporäre als auch permanente Verschattungen berücksichtigt werden.
Umgebungsbedingte Verschattung
- Bäume und Vegetation
- Nachbargebäude
- Berge und Hügel
- Zukünftige Bauvorhaben beachten
Gebäudebedingte Verschattung
- Schornsteine
- Dachgauben
- Antennen
- Dachfenster
Temporäre Verschattung
- Schnee im Winter
- Laub im Herbst
- Vogelkot
- Staubablagerungen
Technische Lösungen bei unvermeidbarer Verschattung
Nicht immer lassen sich alle Verschattungen vermeiden. In solchen Fällen gibt es technische Lösungen, die den Ertragsverlust minimieren können:
Mikrowechselrichter
Im Gegensatz zu zentralen Wechselrichtern arbeitet jedes Modul mit einem eigenen Mikrowechselrichter unabhängig. Wird ein Modul verschattet, beeinträchtigt dies nicht die Leistung der anderen Module. Diese Lösung ist besonders bei komplexen Dachformen oder teilweiser Verschattung sinnvoll.
Leistungsoptimierer
Diese Geräte werden an jedem Modul angebracht und optimieren die Leistung individuell. Sie sind eine kostengünstigere Alternative zu Mikrowechselrichtern und bieten ähnliche Vorteile bei Teilverschattung. Zudem ermöglichen sie eine detaillierte Überwachung jedes einzelnen Moduls.
Achtung: Unterschätzen Sie nicht das Wachstum von Bäumen! Was heute noch keine Verschattung verursacht, kann in wenigen Jahren zu einem Problem werden. Planen Sie vorausschauend und berücksichtigen Sie das Wachstum der umgebenden Vegetation.
Professionelle Verschattungsanalyse durchführen
Für eine präzise Verschattungsanalyse werden spezielle Instrumente und Software eingesetzt. Ein Solarteur oder Energieberater kann mit einem Sonnenpathfinder oder einer 3D-Simulation die exakten Schattenwürfe über das gesamte Jahr berechnen. Diese Analyse berücksichtigt den Sonnenverlauf zu verschiedenen Jahreszeiten und gibt Aufschluss über die optimale Platzierung der Module.
3. Größenberechnung: Die optimale Dimensionierung Ihrer PV-Anlage
Die richtige Dimensionierung Ihrer Photovoltaik-Anlage ist entscheidend für Wirtschaftlichkeit und Eigenverbrauchsquote. Zu klein dimensioniert verschenken Sie Potenzial, zu groß dimensioniert steigen die Kosten unverhältnismäßig. Hier erfahren Sie, wie Sie die optimale Größe ermitteln.
Stromverbrauch als Ausgangspunkt
Der jährliche Stromverbrauch Ihres Haushalts ist die wichtigste Grundlage für die Dimensionierung. Dieser lässt sich aus Ihrer Stromrechnung ablesen oder mit folgender Faustformel schätzen:
Faustformel für den Jahresstromverbrauch:
(Wohnfläche in m² × 9 kWh) + (Anzahl Personen × 200 kWh) + (Anzahl Großgeräte × 200 kWh) = Jahresstromverbrauch in kWh
Berücksichtigen Sie bei der Planung auch zukünftige Verbraucher wie Elektroautos oder Wärmepumpen, die den Strombedarf deutlich erhöhen können.
Berechnung der optimalen Anlagengröße
Für eine wirtschaftlich sinnvolle Dimensionierung sollte Ihre PV-Anlage etwa das 2,5-fache Ihres Jahresstromverbrauchs erzeugen können. Dies ermöglicht einen hohen Eigenverbrauchsanteil und berücksichtigt, dass nicht der gesamte erzeugte Strom direkt genutzt werden kann.
| Haushaltsgröße | Typischer Jahresverbrauch | Empfohlene Anlagengröße | Benötigte Dachfläche | Geschätzte Kosten |
| 1-2 Personen | 2.500 kWh | 5-6 kWp | 25-30 m² | 8.000-10.000 € |
| 3-4 Personen | 4.000 kWh | 8-10 kWp | 40-50 m² | 12.000-15.000 € |
| 5+ Personen | 5.500+ kWh | 11-15 kWp | 55-75 m² | 16.000-22.000 € |
| Mit E-Auto | +2.500 kWh | +5 kWp | +25 m² | +7.000-8.000 € |
| Mit Wärmepumpe | +3.000 kWh | +6 kWp | +30 m² | +8.000-10.000 € |
Faustregel: Leistung, Ertrag und Flächenbedarf
Für die Planung Ihrer Photovoltaik-Anlage sind folgende Zusammenhänge hilfreich:
Leistung (kWp)
Die Nennleistung in Kilowatt-Peak (kWp) gibt an, wie viel Strom die Anlage unter Standardbedingungen erzeugen kann. Moderne Module haben eine Leistung von 350-400 Watt pro Modul.
Ertrag (kWh)
In Deutschland erzeugt 1 kWp installierte Leistung je nach Standort und Ausrichtung etwa 900-1.100 kWh Strom pro Jahr. Eine 10 kWp Anlage produziert also etwa 9.000-11.000 kWh jährlich.
Flächenbedarf (m²)
Für 1 kWp Leistung werden etwa 5-6 m² Dachfläche benötigt. Eine 10 kWp Anlage erfordert somit rund 50-60 m² nutzbare Dachfläche.
Unsere Experten planen Ihre PV-Anlage optimal
Lassen Sie sich von unseren Fachleuten beraten und erhalten Sie eine maßgeschneiderte Planung für Ihre Photovoltaik-Anlage. Wir analysieren Ihr Dach, führen eine professionelle Verschattungsanalyse durch und berechnen die optimale Anlagengröße für Ihren Bedarf.
4. Wirtschaftlichkeit: Eigenverbrauch maximieren

Die Wirtschaftlichkeit Ihrer Photovoltaik-Anlage hängt maßgeblich vom Eigenverbrauchsanteil ab. Je mehr selbst erzeugten Strom Sie direkt nutzen, desto rentabler wird Ihre Investition. Der Grund: Selbst erzeugter und verbrauchter Strom spart Ihnen etwa 30-35 Cent pro kWh, während die Einspeisevergütung nur etwa 8 Cent pro kWh beträgt.
Eigenverbrauch optimieren
Um den Eigenverbrauch zu maximieren, gibt es verschiedene Strategien:
Verbrauchsverhalten anpassen
- Große Verbraucher wie Waschmaschine oder Geschirrspüler tagsüber betreiben
- Zeitschaltuhren für flexible Verbraucher nutzen
- E-Auto bevorzugt bei Sonnenschein laden
- Warmwasserbereitung mit Überschussstrom
Technische Lösungen
- Batteriespeicher installieren (erhöht Eigenverbrauch auf 60-80%)
- Energiemanagementsystem einsetzen
- Wärmepumpe mit PV-Anlage koppeln
- Intelligente Haussteuerung implementieren
Moderne Batteriespeicher erhöhen den Eigenverbrauch deutlich
Amortisationszeit berechnen
Die Amortisationszeit gibt an, nach wie vielen Jahren sich Ihre Investition in die PV-Anlage durch Einsparungen und Erträge refinanziert hat. Bei optimaler Planung und einem hohen Eigenverbrauchsanteil liegt die Amortisationszeit typischerweise zwischen 10 und 15 Jahren – bei einer Lebensdauer von 25-30 Jahren.
5. Häufige Fehler bei der PV-Anlagen Planung vermeiden
Bei der Planung einer Photovoltaik-Anlage können verschiedene Fehler die Wirtschaftlichkeit und Effizienz beeinträchtigen. Hier sind die häufigsten Fallstricke und wie Sie diese vermeiden können:
Fehler 1: Unterschätzte Verschattung
Viele Hausbesitzer unterschätzen die Auswirkungen von Verschattung oder berücksichtigen nicht das Wachstum von Bäumen und zukünftige Bauvorhaben in der Nachbarschaft. Eine professionelle Verschattungsanalyse, die den Sonnenverlauf über das gesamte Jahr berücksichtigt, ist unerlässlich.
Fehler 2: Falsche Dimensionierung
Zu kleine Anlagen schöpfen das Potenzial nicht aus, während überdimensionierte Anlagen zu hohen Investitionskosten führen können. Orientieren Sie sich an Ihrem tatsächlichen Stromverbrauch und berücksichtigen Sie zukünftige Entwicklungen wie E-Mobilität oder Wärmepumpen.
Fehler 3: Vernachlässigung der Dachstatik
Die zusätzliche Last einer PV-Anlage kann besonders bei älteren Dächern problematisch sein. Lassen Sie die Tragfähigkeit Ihres Daches unbedingt von einem Statiker prüfen, bevor Sie in die Planung einsteigen.
Fehler 4: Unzureichende Berücksichtigung des Eigenverbrauchs
Die Wirtschaftlichkeit steht und fällt mit dem Eigenverbrauch. Planen Sie von Anfang an mit einem Energiemanagementsystem und ggf. einem Batteriespeicher, um den Eigenverbrauchsanteil zu maximieren.
Fehler 5: Mangelnde Qualität bei Komponenten
Sparen an der falschen Stelle kann langfristig teuer werden. Achten Sie auf Qualitätskomponenten mit guten Garantiebedingungen, da Ihre PV-Anlage 25-30 Jahre zuverlässig arbeiten soll.
6. Besonderheiten verschiedener Dachtypen
Je nach Dachtyp Ihres Einfamilienhauses ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Planung und Installation Ihrer Photovoltaik-Anlage. Hier finden Sie die wichtigsten Besonderheiten der gängigsten Dachformen:
Satteldach
Der klassische Dachtyp mit zwei geneigten Flächen. Ideal, wenn eine Seite nach Süden ausgerichtet ist. Bei Ost-West-Ausrichtung können beide Dachflächen genutzt werden, was eine gleichmäßigere Stromproduktion über den Tag ermöglicht.
- Standardmontagesysteme einsetzbar
- Gute Hinterlüftung der Module
- Relativ einfache Installation
Flachdach
Bietet maximale Flexibilität bei der Ausrichtung der Module. Durch Aufständerung können die Module optimal zur Sonne ausgerichtet werden. Beachten Sie die zusätzliche Windlast und die Notwendigkeit einer Ballastierung oder Durchdringung der Dachhaut.
- Optimale Ausrichtung möglich
- Höherer Installationsaufwand
- Zusätzliche Windlast beachten
Walmdach
Ähnlich dem Satteldach, jedoch mit abgeschrägten Enden. Die nutzbare Fläche ist etwas kleiner, was bei der Planung berücksichtigt werden muss. Die Installation erfordert oft Spezialhalterungen für die Randbereiche.
- Geringere nutzbare Fläche
- Spezielle Randhalterungen nötig
- Ästhetisch anspruchsvoller

Montagesysteme im Vergleich
Je nach Dachtyp und persönlichen Präferenzen stehen verschiedene Montagesysteme zur Verfügung:
| Montagesystem | Vorteile | Nachteile | Geeignete Dachtypen |
| Aufdachmontage | Kostengünstig, gute Hinterlüftung, einfache Installation | Optisch weniger ansprechend | Alle geneigten Dächer |
| Indachmontage | Ästhetisch ansprechend, ersetzt Dacheindeckung | Teurer, schlechtere Hinterlüftung | Geneigte Dächer, Neubauten |
| Aufständerung | Optimale Ausrichtung möglich | Höhere Windlast, aufwendigere Installation | Flachdächer |
| Solardachziegel | Perfekte optische Integration, für Denkmalschutz geeignet | Sehr teuer, geringerer Wirkungsgrad | Alle Ziegeldächer |
7. Der Planungsprozess: Schritt für Schritt zur eigenen PV-Anlage
Der Weg zur eigenen Photovoltaik-Anlage umfasst mehrere Planungsschritte. Mit dieser Übersicht behalten Sie den Überblick und können Ihre PV-Anlage systematisch planen:
- Bedarfsanalyse durchführen
Ermitteln Sie Ihren jährlichen Stromverbrauch und prüfen Sie, ob zukünftige Verbraucher wie E-Auto oder Wärmepumpe geplant sind. - Dacheignung prüfen
Analysieren Sie Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Statik Ihres Daches. Lassen Sie bei Bedarf ein Statikgutachten erstellen. - Angebote einholen
Kontaktieren Sie mehrere Fachbetriebe und lassen Sie sich detaillierte Angebote erstellen. Achten Sie auf Referenzen und Erfahrung. - Wirtschaftlichkeitsberechnung durchführen
Vergleichen Sie die Angebote und berechnen Sie die Amortisationszeit sowie die langfristige Rendite. - Finanzierung klären
Informieren Sie sich über Fördermöglichkeiten und günstige Kredite, beispielsweise über die KfW-Bank. - Genehmigungen einholen
Klären Sie, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist und melden Sie die Anlage beim Netzbetreiber an. - Installation planen
Stimmen Sie den Installationszeitplan mit dem ausgewählten Fachbetrieb ab und bereiten Sie Ihr Haus entsprechend vor.

Wichtige Dokumente für die Planung
Für eine reibungslose Planung sollten Sie folgende Unterlagen bereithalten:
- Aktuelle Stromrechnung (für Verbrauchsanalyse)
- Grundriss und Dachplan des Hauses
- Informationen zur Elektroinstallation
- Fotos des Daches aus verschiedenen Perspektiven
- Katasterplan des Grundstücks
- Informationen zu Dacheindeckung und -alter
- Eventuell vorhandene Statikgutachten
- Bei Neubauten: Energiekonzept des Hauses
„Eine sorgfältige Planung ist der Schlüssel zum Erfolg Ihrer Photovoltaik-Anlage. Nehmen Sie sich die Zeit, alle Aspekte gründlich zu durchdenken und lassen Sie sich von Experten beraten. Die Investition in eine gut geplante Anlage zahlt sich über Jahrzehnte aus.“
Fazit: Mit guter Planung zum Erfolg
Die sorgfältige Planung Ihrer Photovoltaik-Anlage ist entscheidend für deren langfristigen Erfolg. Mit einer gründlichen Dachprüfung, einer professionellen Verschattungsanalyse und einer bedarfsgerechten Größenberechnung schaffen Sie die Grundlage für eine wirtschaftliche und effiziente Solaranlage. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Planung und scheuen Sie nicht davor zurück, Experten zu Rate zu ziehen – die Investition in eine gut geplante PV-Anlage zahlt sich über die gesamte Lebensdauer von 25-30 Jahren aus.
Bedenken Sie, dass die Photovoltaik-Technologie kontinuierlich weiterentwickelt wird und immer effizienter wird. Mit einer zukunftssicheren Planung, die auch spätere Erweiterungen wie Batteriespeicher, E-Auto-Ladestationen oder die Integration in ein Smart Home berücksichtigt, sind Sie bestens für die Energiezukunft gerüstet.
Eine optimal geplante PV-Anlage: ästhetisch ansprechend und wirtschaftlich